Cremas cicatrizantes: cuál funciona para cada tipo de cicatriz

Narbencreme: welche für welche Narbe?

Du hast eine Narbe vom Kaiserschnitt. Oder von einer Schulteroperation. Oder von einem Fahrradsturz, der Spuren hinterlassen hat. Egal woher sie kommt: Du möchtest, dass sie so unauffällig wie möglich wird. Aber zwischen Cremes, Pflastern, Ölen und Hausmitteln stellt sich die Frage: Was wirkt tatsächlich? Ich erkläre dir, was die Wissenschaft dazu sagt.

KLINISCHER HINWEIS

Silikon ist die einzige topische Behandlung, die in internationalen Leitlinien als Therapie der ersten Wahl bei hypertrophen Narben und Keloiden aufgeführt wird. Über das Ergebnis entscheidet nicht die Marke, sondern die Anzahl der Stunden pro Tag, in denen du es trägst.

Mepiform oder Trofolastin? Wenn die Narbe in einem Bereich mit viel Bewegung liegt, ist meine bevorzugte Wahl das Pflaster Mepiform 4x30 cm.
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Narbencreme: Welche brauche ich bei meiner Narbe?

Eine Narbencreme ist kein Allround-Produkt: Die richtige Wahl hängt immer von der Phase ab, in der sich die Verletzung befindet. Bei einer offenen Wunde verwendet man ein wundheilungsförderndes Präparat (zum Beispiel mit Centella asiatica); auf frisch geschlossener, gereizter Haut einen Barrierereparatur-Wirkstoff (Pantenol, Madecassosid); und bei einer bereits ausgebildeten, erhabenen oder stark geröteten Narbe gilt Silikon als Standard – idealerweise als Pflaster oder Gel, nicht als klassische Creme.

Schnelle Übersicht

  • Offene Wunde: wundheilungsfördernde Creme mit Centella asiatica (z. B. Blastoestimulina).
  • Geschlossene, aber gereizte Haut: Reparaturpflege mit Pantenol oder Kupfer-Zink-Sulfat.
  • Frische Narbe (0–6 Monate): Silikon – das ist die einzige topische Option mit Evidenz als Therapie der ersten Wahl.
  • Hypertrophe Narbe oder Keloid: Silikonpflaster, Druck und Geduld; ärztliche Beurteilung empfohlen.
  • Alte Narbe (>2 Jahre): begrenztes Verbesserungspotenzial durch topische Produkte.
  • Lichtschutz: SPF 50 auf der Narbe über 12 Monate. Das ist keine Option, sondern Standard.

Ich beginne damit, weil dies der häufigste Fehler ist: Es wird eine reparierende Creme auf eine drei Monate alte Narbe aufgetragen in der Erwartung, dass sie flacher wird. Das Produkt erfüllt seine Aufgabe – es spendet Feuchtigkeit – ist aber nicht das, was diese Narbe in dieser Phase benötigt hätte.

Wie die Haut heilt: Drei Phasen bestimmen die passende Behandlung

  • Entzündungsphase (Tag 1–5): Der Körper reinigt das Areal. Hier geht es um korrekte Wundhygiene und – bei offener Wunde – um ein wundheilungsförderndes Präparat.
  • Proliferationsphase (Tag 5–21): Neues Gewebe bildet sich, die Wunde schließt sich. In dieser Phase kommen Produkte mit Centella asiatica zum Einsatz.
  • Remodellierungsphase (Monat 1 bis Monat 24): Das Kollagen wird umgebaut und neu organisiert. Nur in dieser Phase lässt sich das endgültige Erscheinungsbild der Narbe noch beeinflussen, und hier setzt die Behandlung mit Silikon an.

Diese zeitliche Abfolge erklärt die wichtigste Botschaft des Beitrags: Der sinnvolle Zeitpunkt, aktiv etwas an einer Narbe zu verändern, liegt in den ersten sechs Monaten nach Wundschluss – nicht zwei Jahre später, wenn man sich erst dann entschließt zu handeln.

Arten von Narben und was jede davon braucht

  • Normotrophe Narbe: flach und hautfarben. Benötigt im Wesentlichen Feuchtigkeitspflege und konsequenten Lichtschutz.
  • Hypertrophe Narbe: erhaben und gerötet, bleibt aber innerhalb der ursprünglichen Wundgrenzen. Hier ist Silikon mit konsequenter Anwendung angezeigt.
  • Keloid: wächst über den ursprünglichen Wundrand hinaus, oft mit familiärer Häufung. Silikon plus ärztliche Abklärung; gegebenenfalls sind intraläsionale Kortikosteroide erforderlich.
  • Atrrophe Narbe: eingesunken (typisch nach Akne oder Windpocken). Topische Produkte tragen hier wenig bei; dies ist eher ein Thema für ästhetische Dermatologie.
  • Frische Operationsnaht: Silikon ab Fadenzug bzw. sobald die Haut vollständig geschlossen ist.
  • Hyperpigmentierte Narbe: dunkler als die umgebende Haut. Entscheidend ist hier zunächst ein hoher Lichtschutzfaktor; depigmentierende Wirkstoffe kommen erst danach infrage.

Silikonpflaster: Warum sie Therapie der ersten Wahl sind

Silikon ist laut internationalen Leitlinien das einzige topische Narbenmittel, das als Behandlung der ersten Wahl sowohl zur Vorbeugung als auch zur Therapie hypertropher Narben und Keloide empfohlen wird. Der Wirkmechanismus beruht nicht auf „Eindringen" in die Haut: Silikon wirkt durch Okklusion und Hydratation des Stratum corneum, moduliert so die Aktivität der Fibroblasten und kann eine überschießende Kollagenproduktion reduzieren.

Realistisch können Sie erwarten: Die Narbe flacht ab, verliert das intensive Rot und wird beweglicher. Was nicht zu erwarten ist: vollständiges Verschwinden. Narbengewebe ist dauerhaftes Gewebe; Ziel ist eine möglichst unauffällige Erscheinung.

Mepiform oder Trofolastin: Was wählen?

Diese Frage erreicht mich zu diesem Thema am häufigsten, daher direkt zusammengefasst:

  • Mepiform: selbsthaftendes Silikonpflaster, sehr dünn und flexibel, passt sich gut an bewegte Areale an und lässt sich zuschneiden. Hält mehrere Tage mit Zwischenreinigungen. Meine bevorzugte Option bei Narben über Gelenken, am Bauch oder an Stellen mit viel Reibung durch Kleidung.
  • Trofolastin reductor: Polyurethanverband mit Silikonschicht, etwas fester und mit gutem Druckeffekt. Geeignet für gerade, flache Narben, typischerweise Operationsnarben. Pro Einheit meist etwas kostengünstiger.
  • Nüchterne Einschätzung: Beide Systeme können wirksam sein; die Datenlage zeigt keinen klaren „Sieger". Entscheidend für das Ergebnis ist vor allem, wieviele Stunden pro Tag Sie das Pflaster tragen, nicht die Marke.
  • Wenn die Stelle schwer abzudecken ist (Gesicht, Hals, Finger): eher Silikongel als Pflaster wählen, da es nach dem Auftragen einen unsichtbaren Film bildet.

Als Gel gebe ich in der Apotheke am häufigsten den Strata Triz Gel 20 g ab: Es wird sehr dünn aufgetragen, trocknet in wenigen Minuten und kann anschließend überschminkt werden. Das 10-g-Format eignet sich gut für kleinere Narben oder zum Ausprobieren.

Bei Narben im Brustbereich nach Operationen ist das Trofolastin mamario-Pflaster bereits anatomisch zugeschnitten, was den Umgang deutlich erleichtert.

Wie werden Silikonpflaster richtig angewendet?

1

Auf vollständigen Wundschluss warten

Die Haut muss geschlossen sein, ohne Kruste und ohne Fäden. Auf offene Wunden gehören Silikonpflaster nicht.

2

Saubere, trockene Haut ohne Cremes

Keine Öle oder Feuchtigkeitscremes darunter auftragen: Sie verschlechtern die Haftung und heben den Okklusionseffekt auf.

3

Pflaster mit Rand zuschneiden

Es sollte die Narbe vollständig bedecken und einige Millimeter gesunde Haut rundherum einschließen.

4

Täglich 12–24 Stunden tragen

Dieser Punkt entscheidet maßgeblich über den Erfolg. Unter 12 Stunden täglicher Tragezeit sinkt der Effekt deutlich.

5

Pflaster täglich reinigen

Mit Wasser und neutraler Seife waschen, an der Luft trocknen lassen und wiederverwenden. Ein Verband hält in der Regel 7 bis 14 Tage.

6

Anwendungsdauer 3 bis 6 Monate

Mindestdauer 8–12 Wochen zur Beurteilung; bis zu 6 Monate bei hypertrophen Narben sinnvoll.

Einen deutlichen Unterschied kann ein einfacher Zusatz machen: während des ersten Jahres SPF 50 auf die Narbe auftragen, sobald kein Pflaster darüber liegt. UV-Strahlung auf sich noch umbauendes Gewebe begünstigt dauerhaft dunkle Verfärbungen der Narbe.


Schnellübersicht je nach Situation

  • Noch offene Wunde: wundheilungsfördernde Creme mit Centella asiatica – ausführlicher beschrieben in der Blastoestimulina-Leitlinie.
  • Kürzlich geschlossene Operationsnaht: Trofolastin oder Mepiform ab jetzt für 3–6 Monate anwenden.
  • Narbe im Gesicht, am Hals oder an den Fingern: Strata Triz Gel.
  • Narbe beginnt sich zu erheben und zu röten: sofort mit Silikon beginnen und nicht abwarten, ob es von allein besser wird.
  • Keloid bei entsprechender Vorgeschichte: Silikon plus Termin in der dermatologischen Praxis vereinbaren.
  • Narbe älter als zwei Jahre: Erwartungen anpassen; weitere Optionen sollten ärztlich besprochen werden.

Pharmazeutische Empfehlungen zum Abschluss

Zentraler Merksatz: Bei Narben zählt vor allem der richtige Zeitpunkt, nicht das einzelne Produkt. In den ersten sechs Monaten nach Wundschluss konsequent Silikon anwenden, möglichst viele Stunden pro Tag tragen und über ein Jahr hinweg hohen Lichtschutz verwenden – damit decken Sie bereits etwa 80 % dessen ab, was sich in Eigenregie sinnvoll tun lässt.

Zudem ein wichtiger Hinweis: Wenn Sie eine Narbe aufgrund ihrer Lage besonders belastet oder Sie bereits früher ein Keloid entwickelt haben, sollten Sie das Thema nicht allein angehen. Nutzen Sie gern unsere Beratung oder wenden Sie sich direkt an Ihre Apotheke bzw. Arztpraxis – manchmal besteht die sinnvollste Empfehlung darin, frühzeitig weiterzuverweisen.

Mepiform, Trofolastin oder Gel: Was passt zu welcher Narbe

ProduktDarreichungsformAm besten geeignet fürTägliche Anwendung
MepiformSelbsthaftender SilikonverbandBereiche mit viel Bewegung, zuschneidbar12-24 Std.
Trofolastin reductorPolyurethanverband + SilikonGerade Operationsnaht12-24 Std.
Strata Triz Gel 20 gSilikongelGesicht, Hals, Finger2-mal täglich
Mepiform 10x18Großer VerbandAusgedehnte Narben12-24 Std.
Strata Triz Gel 10 gSilikongelKleine Narben oder zum Testen2-mal täglich

Wenn du unsicher bist, was du wählen sollst, zeigt dir diese Übersicht die objektiven Kriterien, auf die es ankommt.

Häufige Fragen

Kann man eine Narbencreme auf offene Wunden auftragen?

Eine Narbencreme darf nicht auf offene Wunden aufgetragen werden. Das ist einer der häufigsten Fehler, den ich in der Apotheke sehe. Wundheilungsfördernde Präparate und Silikonpflaster sind dafür konzipiert, auf bereits geschlossene Wunden angewendet zu werden, nicht auf lebendes Gewebe.

Wenn man Silikon oder andere Narbenreduzierer auf eine offene Wunde gibt, kann das Infektionen begünstigen oder die natürliche Wundheilung stören. Zuerst muss die Wunde vollständig verschlossen sein, erst danach behandelst du die Narbe.

Welche Inhaltsstoffe sollte eine wirksame Narbencreme enthalten?

Das hängt vom Ziel der Behandlung ab. Zur Reduktion von hypertrophen Narben ist Silikon (Dimeticon oder Polydimeticon) der Wirkstoff mit der besten Evidenzlage. Für die Befeuchtung und Glättung reifer Narben sind Allantoin, Centella asiatica oder Hagebuttenöl sinnvoll.

In manchen Gelen kommen auch Zwiebelextrakte (Allium-cepa-Extrakt) vor – zum Beispiel in Contractubex –, wobei die Studienlage hier begrenzter ist als bei Silikon. Entscheidend ist, dass du ein Produkt wählst, dessen Zusammensetzung und Anwendung mit den Empfehlungen von Fachgesellschaften und Behörden wie BfR, BfArM oder EFSA vereinbar ist.

Wirken Silikonpflaster bei Aknenarben genauso gut wie bei anderen Narben?

Nein, Aknenarben reagieren in der Regel anders. Aknenarben sind häufig atroph, das heißt eingesunken, weil Gewebe verloren gegangen ist. Silikonpflaster wirken vor allem bei erhabenen oder hypertrophen Narben, nicht bei eingesunkenen Narben.

Für Aknenarben kommen eher fraktionierte Lasertherapie, Microneedling oder dermale Filler infrage – immer unter dermatologischer Aufsicht. Wenn du unsicher bist, welchen Narbentyp du hast, lass dich zuerst in der Apotheke beraten oder geh zur Dermatologin bzw. zum Dermatologen, bevor du etwas kaufst.

Wie viele Stunden pro Tag sollte man ein Silikonpflaster für die Narbe tragen, damit es wirkt?

Für ein Silikonpflaster an der Narbe empfehlen klinische Leitlinien mindestens 12 Stunden tägliche Tragedauer, ideal sind jedoch 23–24 Stunden pro Tag; es wird nur zum Reinigen der Haut kurz entfernt. Je mehr Stunden pro Tag du es trägst, desto besser kann das Silikon auf die Kollagenneubildung einwirken.

Wenn du das Pflaster weniger als 12 Stunden täglich trägst, ist die Okklusion meist nicht ausreichend, um die Kollagenproduktion gezielt zu modulieren, und die Behandlung verliert an Wirksamkeit. Die konsequente, tägliche Anwendung über 3–6 Monate hinweg ist der Faktor, der den größten Unterschied macht.

Wissenschaftliche Quellen

  • [acceder] [acceder] — PMID: 12142678
  • [acceder] [acceder] — PMID: 24944107
  • [acceder] [acceder] — PMID: 25068545
  • [acceder] [acceder] — PMID: 25141117
  • Gold MH, McGuire M, Mustoe TA, et al. (2014). Updated international clinical recommendations on scar management: part 2—algorithms for scar prevention and treatment. Dermatologic Surgery, 40(8), 825–831. [acceder] — PMID: 25068546
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